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Where the hell is global warming?

Diplomatie und Donald Trump verhalten sich in etwa so zueinander, wie Wollsocken und Hochsommer. Irgendwie werden sie nicht richtig warm. Oder aber viel zu heiß.

Trump scheint es noch immer nicht warm genug auf unserem Planeten zu sein. Schon im Winter 2012 ließ er auf Twitter verlauten:

„Es friert und schneit in New York – wir brauchen die globale ErderwĂ€rmung!“

Trump auf Twitter - Wir brauchen globale ErderwÀrmung

 

Dieses Statement kam ĂŒbrigens nur einen Tag, nachdem er öffentlich mitteilte, der Klimawandel sei eine Erfindung von den und fĂŒr die Chinesen, welche die amerikanische Industrie damit in die Knie zwingen wollen.

 

Trump legt Pariser Klimaabkommen auf Eis

 

So wundert es nicht, dass der amerikanische PrĂ€sident nun tatsĂ€chlich wahr macht, was er wĂ€hrend seines Wahlkampfes bereits mehrfach angekĂŒndigt hatte: Den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen.

Dieses Abkommen sei unfair und schade in allererster Linie der amerikanischen Wirtschaft. Es handele sich dabei um einen Komplott gegen Amerika, den er nicht weiter unterstĂŒtzen werde. Trump mĂŒsse schließlich die amerikanischen ArbeitsplĂ€tze schĂŒtzen, vor allem in der Kohleindustrie.

Dass der Umstieg auf erneuerbare Energien zahlreiche neue ArbeitsplÀtze schafft, scheint der US-PrÀsident dabei nicht auf dem Schirm zu haben.

DafĂŒr kennt er aber die unverschĂ€mt hohe Populationszahl der EisbĂ€ren. Und die ĂŒbermĂ€ĂŸige Höhe der Polarkappen. Diese seien nĂ€mlich noch nie zuvor grĂ¶ĂŸer gewesen. „Wo zum Teufel ist die ErderwĂ€rmung??“

 

Trump auf Twitter - Where the hell is global warming

 

Seit Anfang des Monats ist es offiziell. Trump stinkts! Die Nummer mit dem Klimawandel ist ihm zu heiß! Deswegen steigt er jetzt bewusst aus der Vereinbarung aus, die nahezu die gesamten LĂ€nder der Erde zur Förderung saubererer Luft und besseren Klimas verpflichtet. Logisch, oder?

Das 2015 in Paris beschlossene Klimaabkommen gilt als wichtigstes internationales Instrument zur Abwendung der katastrophalen Folgen des voranschreitenden Klimawandels. Nahezu alle Mitgliedsstaaten der Erde sind sich darĂŒber einig, dass unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unsere gesamte Existenz bedroht sind und wir daher gemeinsam handeln mĂŒssen. Alle, außer Trump.

 

„Make our planet great again“ – Emmanuel Macron

Die Welt fĂŒhlt sich geohrfeigt, die ĂŒbrigen MitgliedslĂ€nder Ă€ußern sich empört: „Make our planet great again!“ tönt es von Seiten Macrons aus Frankreich. „Sie können aus einem Klimaabkommen aussteigen, aber nicht aus dem Klimawandel, Mr. Trump“ twittert der deutsche Kanzlerkandidat Martin Schulz.

Aber Trump gibt sich wie ĂŒblich selbstbewusst: Er sei fĂŒr neue Verhandlungen zum Klimaschutz bereit, solange diese die USA nicht benachteiligen. Wenn man sich einig wĂŒrde, wĂ€re das gut. Wenn nicht, sei das aber auch okay.

Okay, dann halt nicht. Es geht ja schließlich nur um unsere Erde, unsere Zukunft und die weitere Existenz unserer Spezies.

 

 

Erhoffte Nebenwirkungen der Trumpomanie

Die ganze Diskussion wÀre eigentlich zum Totlachen, wenn es nicht so verdammt traurig wÀre. Aber die Misere hat auch eine gute Seite
 Die Klimadiskussion kommt dadurch nÀmlich wieder voll in Gange. Auch im EuropÀischen Parlament.

Heute wird dort heiß darĂŒber diskutiert, wie man die Umsetzung der Emissionsreduktionsziele nach 2030 angeht. In wenigen Tagen folgt die Abstimmung ĂŒber ein zentrales europĂ€isches Klimaschutzinstrument. Das soll verbindlich festlegen, wie viel CO2 die Mitgliedsstaaten bis 2030 höchstens ausstoßen dĂŒrfen.

Trumps Ausstieg hinterlĂ€sst ohne Frage eine LĂŒcke, die es nun zu schließen gilt. Es bleibt zu hoffen, dass seine wahnwitzigen Aussagen zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Problem des Klimawandels fĂŒhren. Dass seine abstruse Haltung neben der weltweiten Empörung zum Handeln anregt. So nach dem Motto „Jetzt erst Recht“. Wir schaffen das auch ohne Mr. Trump.

Du kannst es. Wir können es. Lass es uns gemeinsam angehen


 

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