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Privatisierung der Luft – Ein mögliches Zukunftsszenario?

Privatisierung der Luft

Dieser Artikel beschreibt eine fiktive Stimmung aus der Sicht des Ich-Erzählers. Angesiedelt spielt das Szenario in der nahen Zukunft, in der Entscheidungsträger ein Gesetz zur sofortigen Rettung der Erde verabschieden. Das Gesetz lautet: “Privatisierung der Luft”.

Luft wird privatisiert!

Ein bekanntes Unternehmen gibt bekannt, weltweit in sechs Monaten die Luft privatisieren zu wollen. Zugang zur Luft erhalten nur diejenigen, die monatlich einen siebenstelligen Betrag als Einkommen pro Haushalt aufweisen.

Mit dieser News Feed Meldung ahne ich es. Wir sind todgeweiht. Meine Familie und ich. Das Unternehmen hatte bereits andere Projekte mit drastischen Methoden umgesetzt. Dafür wichen ganze Städte und ihre Einwohner verschwanden. Spurlos.

Aber was ist mit den anderen? Es gibt keine iEmpörung, keinen Shitstorm, keine iPetition. Die User bleiben ruhig. Auch in der physischen Welt keinerlei Anzeichen von Widerstand oder dergleichen. Politik und Wirtschaft äußern sich nicht dazu. Es herrscht eine verdammte stoische Ruhe.

Ich telefoniere mit Freunden und Bekannten. Die willfährige Zensurabteilung des privatisierten Internets hatte vor der Pressemeldung dafür gesorgt, dass sich kein digitaler Widerstand formieren konnte.

Nach ein paar Tagen gibt ein Repräsentant der Regierung eine PK:

„Wir leben in einer Zeit von Kriegen, terroristischen Gewaltakten, Klimakatastrophen und Überbevölkerung. Um den Planet Erde zu retten, greifen wir zu dieser Maßnahme und haben das Unternehmen mit der Durchführung dieser Aufgabe beauftragt. Die Weltbevölkerung muss sich auf 1/8 reduziert haben. Binnen eines Jahres.“

Ich frage mich, wie Luft überhaupt in Geldwert kalkuliert werden soll. Und ich denke an: Mord.

Vernichtung der Weltbevölkerung, um Planet Erde zu retten

Es scheidet aus, dass ich die Auftraggeber und Auftragnehmer umbringe.
Um auf einen anderen Planeten zu fliehen, fehlen mir die finanziellen Mittel. Zum Suizid habe ich keinen Mut. Einen Auftragskiller bestellen, der mich umbringt? Nein, den gibt es eigentlich schon.

Tagelang schleiche ich durch die Straßen. In einem Schaufenster sehe ich ein Hologramm mit einem Schäferhund und seinem Trainer. Der Trainer erzählt gerade, was Hunde am Liebsten gefressen haben und zeigt, wie gut sie gehorchen konnten. Hunde waren die treuesten Begleiter der Menschen und folgten einem blind. Früher hat es Hunde gegeben. Nun sind sie ausgestorben. Und jetzt trifft es mich und Dich.

Es sickert durch, dass diese Aktion seit Längerem geplant ist. Den Verantwortlichen fiel die Entscheidung wohl schwer, dennoch blieb ihnen keine andere Wahl. Wissend, wenn sie es nicht täten, dass Planet Erde verloren ist. Wissend, dass sie dafür einen großen Teil der Weltbevölkerung opfern werden müssen.

Ich komme an einem Platz, wo sich schon andere Menschen versammelt haben. Menschen, die wenig verdienen. Meine Familie kann ich nicht sehen. Ich habe Angst. Meine Hand klammert sich an einen Fremden. Wir warten. Hier wird uns mitgeteilt, wer ab wann immer weniger Luft erhält. Im kollektiven Bewusstsein wird uns dann klar.

Was – wäre – wenn – Situation

Wir sind zu spät aufgewacht. Uns war bewusst, dass wir nicht imstande waren, den ökologischen Fußabdruck enkeltauglich zu gestalten. Jeder dachte nur an sich. Ressourcenkriege und politische Fehlentscheidungen führten in diese unfassbare Ausweglosigkeit. Damit Planet Erde überleben kann und vielleicht 100 Hände voll Einzelpersonen. Milliardäre und ihre Familien.

 

Fair Because I Can? ist eine Plattform, die engagierte Blogger und integere Unternehmer zusammenbringt, um ein größeres Bewusstsein für gesellschaftliche und ökologische Probleme zu schaffen und den fairen Umgang mit Mensch und Natur zu fördern. Mehr dazu findest Du hier

Published by Evi Rejeki

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