Wir informieren Dich über Themen, die für unsere Zukunft entscheidend sind – Du entscheidest, in welcher Zukunft Du leben willst!

Warum ist der Klimawandel eine ethische Herausforderung?

Du bist unterwegs nach Hause. Es ist Nacht und Du freust dich bereits auf dein warmes Bett. An einer Kreuzung musst Du dich entscheiden: Nimmst Du die Abkürzung und fährst querfeldein über den Acker eines benachbarten Bauers oder fährst Du die offizielle Straße entlang, um der Ernte des Bauers nicht zu schaden?

Oder anders gefragt: Würdest Du der Aussage zustimmen, dass die Abkürzung über das Feld und der damit zusammenhängende Ernteschaden moralisch falsch ist?

Wahrscheinlich schon, denn auf eine Ursache folgt unmittelbar die Wirkung: Du fährst querfeldein, die angebauten Tomaten sind futsch, der Bauer erleidet einen Schaden, Du bist schuld.

Was aber, wenn all deine Nachbarn gerne nachts Fahrrad fahren und jeder die Abkürzung über den Acker nimmt? Stellen wir uns vor, neben dem Grundstück des Bauers stehen zwei Mehrfamilienhochhäuser, in denen jeweils 50 Menschen leben. Alle Fahrradfahrer.

Jede Nacht fahren also 100 Menschen über den Acker des Bauern. Tomaten wird dieser Bauer bald nicht mehr verkaufen können. Wer trägt hier die Schuld?

Du hast einen Schaden mitverursacht, der auch zu Stande gekommen wäre, wenn Du als Einziger auf die Abkürzung verzichtet hättest. Bist Du deshalb verantwortlich oder nicht?

Wenn das jeder verneint, ist dann niemand mehr schuld? Oder trägt jeder Fahrradfahrer zu einem Hundertstel die Verantwortung für die Pleite der Bauernfamilie?

Wie weit reicht unsere Verantwortung für die Umwelt?

Du musst noch einmal weg, es ist Nacht und Du willst eigentlich schnell wieder nach Hause. Also nimmst Du diesmal das Auto. Damit stößt Du CO2 aus, was zusammen mit anderen Emissionen auf lange Sicht das Klima verändert.

Du weißt, dass die Folgen dieser Klimaveränderung nach vielen Jahren zu Ernteeinbußen führt. Vielleicht nicht direkt und auch nicht zwingend für deinen Nachbarn, aber in einigen Jahrzehnten für die Bauern in fernen Entwicklungsländern.

Ist es deshalb falsch, das Auto zu benutzen?

Klimawandel stoppen - auf E-Mobilität umsteigen!

Ursache und Wirkung liegen hier nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich weit auseinander.

Treibhausgasemissionen wirken zeitverzögert, die Ursache des heute festgestellten Klimawandels liegt größtenteils in den vergangenen Emissionen. Die von dir verursachten Emissionen schaden dir also nicht direkt, sondern den Menschen, die in Zukunft auf diesem Planeten leben werden.

Das Gefühl der Verantwortung zeitlich so weit zu strecken, ist eine echte Herausforderung. Selbst dann, wenn es sich bei diesen Menschen ja im weitesten Sinne um unsere Kinder und Kindeskinder handelt.

Betroffen sind diesmal nicht deine direkten Nachbarn, sondern in erster Linie Bauern in fernen Entwicklungsländern. Und die sind nun mal ganz weit weg.

Dabei leiden diese Bauern sogar unter einer doppelten Ungerechtigkeit, weil sie nicht nur stärker vom Klimawandel betroffen sind, sondern sich wirtschaftlich viel schlechter daran anpassen können.

Ganz davon abgesehen, dass die Ursache des beschleunigten Klimawandels überproportional stark bei den Industrieländern mit ihren hohen Pro-Kopf-Emissionen liegt und nur zu einem ganz geringen Teil an den Entwicklungsländern selbst.

Für unsere moralische Intuition sind Raum und Zeit jedoch fast immer gewichtiger als rationale Fakten.

Jetzt Umwelt schützen und Erde retten!

Alleine lässt sich die Welt nicht retten

Vielleicht fragst du dich auch, was diese Autofahrt schon ausmachen soll? Aufs große Ganze betrachtet. Es fährt ja schließlich fast jeder ein Auto. Und heiß duschen, Kurzstrecken fliegen, importierte Produkte essen, das Licht anlassen… Das machen ja auch alle.

Was also würde es ändern, wenn Du dein Auto stehen lässt?

Geh gedanklich noch einmal zurück zum Tomatenfeld deines benachbarten Bauern. Was würde es ändern, wenn all deine Nachbarn auf die Abkürzung über das Feld verzichten würden?

Man könnten nun einwenden, dass die Fahrt über das Tomatenfeld die Tomaten de facto zerstört, die eiligen Fahrradfahrer also mit hundertprozentiger Sicherheit für den Ernteausfall verantwortlich sind. Beim Klimawandel ist das nicht so.

Wir wissen zwar, dass der Klimawandel stattfindet und wir ihn durch unsere Treibhausgasemissionen beschleunigen. Wir wissen allerdings nicht, wie viel Einfluss wir tatsächlich haben oder wie groß die geschätzte Temperaturerhöhung wäre, wenn wir uns nicht um den Klimaschutz bemühen würden.

 

Fakt ist jedoch, dass die Klimapolitik immer mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Daraus ergibt sich dann aber die Frage, wie hoch das Risiko sein darf, um es in Kauf zu nehmen. Mehr dazu hier.

Umwelt schützen, Leben retten.

Die ethische Herausforderung des Klimawandels besteht also darin, dass wir es mit einem Problem zu tun haben, dass uns nicht aus dem Alltag vertraut ist und dass wir deshalb nur unter größter Mühe moralisch bewerten können.

Es geht dabei um den Umgang mit globalen Ungleichheiten, bei dem wir uns nicht auf Sicherheiten stützen können. Die Ursache dieses Problems ist fragmentiert und die Auswirkungen dessen betreffen nicht direkt uns, sondern nachfolgende Generationen.

Und dennoch müssen wir uns dieser Herausforderung stellen. Sei auch du dabei und übernimm Verantwortung!

Du kannst es. Wir können es. Lass es uns gemeinsam angehen…

Fair Because I Can? ist eine Plattform, die engagierte Blogger und integere Unternehmer zusammenbringt, um ein größeres Bewusstsein für gesellschaftliche und ökologische Probleme zu schaffen und den fairen Umgang mit Mensch und Natur zu fördern. Mehr dazu findest Du hier

Published by Sofia Elena 

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